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Erfahrung aus der Psychotherapie: Wenn die Lösung zum Problem wird
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Erfahrung aus der Psychotherapie: Wenn die Lösung zum Problem wird

In der Psychotherapie ist ein wichtiger Leitsatz: “Die Lösung wird zum Problem!” Damit wird ausgedrückt, dass ein früheres Verhalten oder eine frühere Einstellung in der Vergangenheit einmal nützlich, wichtig und angemessen war, heute aber Probleme erzeugt.

Die Nützlichkeit dieser Regel möchte ich an einigen Beispielen verdeutlichen:

Kopfkino
Eine junge Klientin kam in die Psychotherapie Praxis, weil sie massive Angst vorm Autofahren hatte. Als Beifahrerin hatte sie einen starken Schreck bekommen, als an einer Ampel ein anderes Auto in ihr Auto hineingefahren war. Jetzt wollte sie gern selbst einen Führerschein machen, hatte aber große Angst vorm Autofahren, weil da ja etwas passieren könnte. Sie habe immer noch das Bild vom Auffahrunfall im Kopf und würde dann den Schrecken erleben.

Da die Klientin sich gut Bilder und Filme vorstellen konnte, wendete ich eine Imaginationstechnik aus dem NLP (Neuro-linguistisches Programmieren) an: Die Klientin sollte sich vorstellen, dass sie in einem Kino sitzt und auf der Leinwand die Episode mit dem Auffahrunfall abläuft. Sie sollte, aus dem geschützten Kinoraum heraus, “von außen” beobachten was dabei passiert. Dann sollte sie den Film verändern, sie sollte ihn schneller vorlaufen und zurücklaufen lassen, die Lautstärke und die Helligkeit verändern, mit einem anderen Ton versehen u.ä. Um sich weiter von dem Ereignis zu distanzieren (dissozieren) sollte die Klientin sich vorstellen, wie sie im Vorführraum steht und sich als Person im Kinosessel beobachtet, während diese Person den Film anschaut. Durch diese Kinotechnik konnte die Klientin sehr gut ihre Angst abbauen.

Beim nächsten Mal erzählte die Klientin, dass sie erst keine Angst mehr gehabt habe, diese aber wiedergekommen sei. Auf genaues Nachfragen berichtete sie, dass sie im Kino gewesen sei und den Da Vinci-Code mit Tom Hanks angeschaut habe. In diesem Film habe sie sich sehr erschrocken, als bei einem dramatischen Autounfall jemand gestorben sei. Diese Szene habe sie jetzt immer beim Autofahren im Kopf!

Die Lösung wird zum Problem: Die Fähigkeit der Klientin sich bestimmte Dinge bildhaft vorzustellen, erzeugt erst das Problem mit dem sie in die Therapie gekommen ist - löste dann in der Therapie das Problem durch die Kinotechnik - und - erzeugt wieder das Problem durch den Autounfall im Film.

Wie es dann weiterging?

Wir wendeten die Kinotechnik nochmals erfolgreich an und aktivierten zusätzlich die Ressourcen der Klientin, indem sie sich eine Vertrauensperson vorstellen sollte, die ihr in (zukünftigen) ähnlichen Situationen imaginär Unterstützung, Geborgenheit und Selbstvertrauen geben sollte.

Rosenkriege
Paare finden sich meist, weil sie einander ähnlich sind (“gleich und gleich gesellt sich gern”) oder weil sie sich gut ergänzen (“Gegensätze ziehen sich an”). Beide Konstellationen sind erst die Lösung werden aber später das Problem:

Im Fall “gleich und gleich gesellt sich gern” gibt es eine (unbewusste) Vereinbarung bestimmte Regeln, Moralvorstellungen und Verhaltensweisen gut zu finden, z.B. “Man ist höflich und zeigt keinen Ärger!”

Während also bestimmte Normen, Werte und Lebenseinstellungen bevorzugt werden, grenzt man gegensätzliche Einstellungen und Schwächen aus. Man kann also z.B. höflich sein und lässt keinen Ärger zu, weil man das eventuell in der eigenen Familie nicht gelernt hat. Mit der Zeit beginnt jeder Partner seine Unzufriedenheit mit den eigenen Schwächen auf den Partner zu übertragen (zu projizieren): Man wird zum Beispiel unzufrieden, dass der Partner sich bei Streit immer zurückzieht oder nicht spontan ist o.ä. Schließlich beginnt man, diese “Schwächen” dem anderen vorzuwerfen - dieser “schießt” zurück und die “Fronten im Partnerkrieg verhärten”. Partnerschaft wird plötzlich zum “Kriegsschauplatz”, wo man glaubt, seine Gefühle vor dem anderen schützen zu müssen und keine Schwäche zeigen zu dürfen.

Im anderen Fall “Gegensätze ziehen sich an” ist jeder Partner angetan vom gegensätzlichen Verhalten des Partners. Man hat vielleicht früher bestimmte Verhaltensweisen nicht gelernt oder gedurft und kann sie jetzt stellvertretend über den Partner ausleben. Mit der Zeit aber polarisieren die gegensätzlichen Verhaltensweisen: Während Partner A sich immer aktiver verhält, wird Partner B im passiver usw.
Hier wird wieder die Lösung zum Problem: Auf einmal merken die Partner, dass ihnen das Verhalten des anderen nicht (mehr) gefällt. Partner A könnte z.B. denken, “Immer muss ich der aktive Teil sein und B ist immer so passiv!” Auch dann beginnen die Partner sich gegenseitig Vorwürfe zu machen und sich gleichzeitig gefühlsmäßig vom anderen zurückzuziehen. Jeder bleibt bei seiner Meinung, dass der andere etwas (absichtlich) falsch macht und ein “Rosenkrieg” entsteht.

Autor: Norman Ehlert Heilpraktiker Psychotherapie Ausbildung bundesweit