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Pimpen: Ein verbaler Siegeszug auf deutschen Straßen
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Pimpen: Ein verbaler Siegeszug auf deutschen Straßen

Wie aus menschlichen Sehnsüchten echte Hingucker werden

„Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer pimpt das schönste Auto im ganzen Land?“ Seit dem Start der MTV-Kultserie „Pimp my Ride“ vor zwei Jahren kann sich dem Trend wohl kaum mehr ein Liebhaber aufgemotzter Autos entziehen. Vom vulgären Straßenbegriff zum Sammelterminus für „Aus Alt mach Neu“ hat die Vokabel einen steilen Aufstieg hinter sich.

Hieß es noch vor wenigen Jahren Tuning, ist jetzt „Pimpin“, wie die amerikanische Schreibweise lautet, in aller Munde. Mit viel Liebe zum Detail werden gerade im automobilen Bereich nicht nur Lack und Leuchten liebevoll in Szene gesetzt - auch das Innenleben gewinnt durch den gezielten Einbau hochwertiger technischer Geräte an individuellem Wert. Für Peter Wippermann, Trendforscher und Dozent für Kommunikationsdesign an der Universität Essen, ist klar: „Pimpen ist nur eine Mode. Die Tendenz, alte Gegenstände zu revitalisieren, etablierte sich durch den Vintage-Trend. Belanglose Fahrzeuge werden deshalb zu attraktiven und einzigartigen Schmuckstücken inszeniert.“

Der Inhaber des Hamburger Trendbüros ist sich sicher, dass es TV-Formate wie „Pimp my Ride“ immer wieder geben wird. „Der Mensch ist seit ein paar Jahren bereit, die Vergangenheit aufzuarbeiten und neu zu beleben“, erklärt der 57-Jährige. Zwar sorgte die amerikanische Sendung mit Rapper Xzibit in Deutschland für einen kitschigen Beigeschmack – doch Pimpen ist und bleibt in. „Ähnlich wie das Wort ‘geil‘ hat jetzt auch ‘pimpen‘ einen Siegeszug im deutschen Sprachraum angetreten und verliert dadurch natürlich die negative Konnotation“, so der Trendforscher. Das Verlangen, einem industriell gefertigten Massenprodukt individuelles Leben einzuhauchen, ist laut Wippermann eine Sehnsucht, Vertrautes besser zu machen. „Menschen vergleichen sich mit ihrer Umwelt.“, erklärt Wippermann. „Das Auto bleibt dabei zwar letztlich nur ein Objekt, wird aber geliebt und aufgeputzt, weil es nicht widerspricht.“

Auch für den Leiter der Marketing-Kommunikation bei Blaupunkt, Clemens K. Krebs ist der Pimp-Trend kein oberflächliches Gehabe. „Jeder Mensch hat andere Ziele und andere Wünsche. Die Tendenz, sich von anderen abzuheben und eigene kreative Muster zu entwickeln, gibt es seit Urzeiten“, erklärt er. Während für den einen flippige Frisuren ein absolutes Muss sind, halten andere eine kraftvolle Soundanlage für unentbehrlich. „Die Technik ist mittlerweile so weit, dass die Industrie alle diese Tendenzen aufnehmen kann und Kundenwünschen folgt “, so Krebs. Kein Wunder also, dass der Reiz an frisierten Fahrzeugen für viele so attraktiv ist. Statt einer hinteren Sitzbank finden sich Subwoofer und Verstärker, aus filigranen Boxen strömen satte Sounds ins Wageninnere und der glänzende Spoiler sorgt für unvergessliche Auftritte auf Deutschlands Straßen. Spinnerei könnte manch einer sagen. Doch gerade das ist es, was Pimpen so beliebt macht. „Es ist eine Art Lebenseinstellung. Alte Dinge werden überhöht dargestellt und auf diesem Weg zum Medienstar“, erklärt Peter Wippermann.

Das geht sogar so weit, dass es für Interessenten spezielle Tuning-Werkstätten gibt. Eine davon ist das österreichische Unternehmen MS Design, das sich auf sportlich-dezentes Tuning spezialisiert hat. „Besonders beliebte Pimp-Objekte sind nicht nur die deutschen Fabrikate wie Audi oder Volkswagen, sondern auch asiatische Modelle“, erklärt Hugo Gstrein, Sprecher der Tuningfirma. Das Tiroler Expertenteam weiß, worauf es beim Frisieren von Autos ankommt. „Wir setzen beim Pimpen auf Sicherheit, um auch die Straßentauglichkeit des Fahrzeuges zu gewährleisten“, so der gelernte Mediendesigner. Durch das TV-Format auf MTV wuchs der Kundenstamm kontinuierlich an. „Die Show ‚Pimp my Ride‘ hat den Hype um das Individualisieren von Fahrzeugen natürlich sehr gepusht. Von heute auf morgen kamen immer mehr Interessenten zu uns, um ihr Fahrzeug individuell zu veredeln“, erklärt Gstrein. Die österreichischen Tuning-Experten halten Pimpen jedoch nicht für ein Klischee. „Wie in jedem Geschäft gibt es Höhen und Tiefen, aber der Wunsch sich von anderen abzugrenzen im Autobereich wird bleiben“, ist sich der Experte sicher. Und manchmal fängt das schon bei einem neuen Rückspiegel an...


Hintergrundinformation: Peter Wippermann

Peter Wippermann gilt als einer der führenden deutschen Trendforscher. Nach seiner Tätigkeit als Art-Director beim Rohwolt-Verlag und dem ZEIT-Magazin, gründete er 1992 das „Trendbüro“ in Hamburg. Der 57-Jährige gilt als Spezialist für Kommunikationsstrategien trendgestützter Marken. 1993 erfolgte die Habilitation im Bereich Kommunikationsdesign an der Universität Essen.


Hintergrundinformation: Clemens K. Krebs

Clemens K. Krebs ist Leiter der Markting-Kommunikation bei Blaupunkt. Er zeichnet für verstärkte Jugendmarkting-Aktivitäten des Unternehmens verantwortlich.


Hintergrundinformation: Hugo Gstrein

Hugo Gstrein ist bei der MS Design GmbH im Marketingteam unter anderem für Presse, Messen/Events sowie Grafik und Design zuständig. Nach seiner Ausbildung als Mediendesigner, die er 2005 erfolgreich abgeschlossen hat, ist er bei dem österreichen Tuning-Spezialisten tätig. Um dem Trend, das Fahrzeug zu individualisieren, nachzukommen hat MS Design ein eigenes Autohaus in Roppen, Tirol eröffnet.


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