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PlayStation Review
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Wohl jeder 2D-Fan kann mit dem Namen "Castlevania" etwas anfangen. Die Reihe hat schon zu 8-Bit-Zeiten viele Fans gefunden und auch heute noch gibt es im Handheld-Bereich diverse Nachfolger, die sich an dem klassischen Spielprinzip von damals orientieren. Wesentlich umstrittener sind die neuen 3D-Episoden der Reihe. Der Ausflug der Vampirjäger auf das N64 gilt für viele Zocker als ein gescheitertes Experiment. Davon ließ man sich im Hause Konami aber nicht entmutigen und bastelte weiter an einer zeitgerechten Fortsetzung der großartigen Saga. Mit Lament of Innocence für die PS2 gelang es schließlich, nicht nur alte Anhänger zu besänftigen, sondern auch neue, jüngere Fans zu finden. Der neueste Teil mit dem klangvollen Untertitel Curse of Darkness soll nun an diesen Erfolg anknüpfen. Ein Nachfolger ist für die PlayStation 3 bereits angekündigt.

Die Story von Curse of Darkness bietet Neulingen die Chance, in die Castlevania-Saga einzusteigen, ohne vorher mehrere Stunden Internetrecherche zu betreiben. Seit fast 20 Jahren machen diverse Mitglieder des Belmont-Clans und ihre Verbündeten Jagd auf Dracula. Die Familienverhältnisse dieser Vampirjäger sind inzwischen ähnlich verwirrend wie der Stammbaum einer Figur aus Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Umso besser, dass diesmal völlig neue Charaktere im Mittelpunkt stehen. Der Spieler übernimmt die Steuerung von Hector, einem ehemaligen Diener Draculas. Drei Jahre sind vergangen, seit der Fürst der Finsternis besiegt wurde und sein arbeitsloser Ex-Scherge hat den dunklen Mächten abgeschworen. Mit seiner Herzensdame führt Hector nun ein ganz normales Leben ohne Monster und Vampire. Leider gibt es da noch Isaac, der ebenfalls bei Dracula in Lohn und Brot gestanden hat und sich inzwischen im Schloss des Meisters breit macht. Statt sich am Wochenende auf ein Bierchen zu treffen und dabei über die alten Zeiten zu reden, sind die beiden früheren Kollegen dummerweise Erzfeinde geworden. Hector weigert sich an magischen Ritualen teilzunehmen, Isaac sorgt dafür, dass Hectors Freundin als Hexe auf dem Scheiterhaufen landet und schon ist der Streit da. Es beginnt eine Jagd durch die alten Wirkungsstätten Draculas, in deren Verlauf unser Held immer häufiger von seinem Widersacher dazu gezwungen wird, schwarze Magie einzusetzen.

Das Niedermetzeln von Monstern steht eindeutig im Mittelpunkt des Spielgeschehens. Anfangs mag das Kampfsystem äußerst platt erscheinen, aber man sollte nicht zu rasch ein Urteil fällen. Reguläre und schwere Attacken lassen sich gemeinsam mit Sprüngen und Ausweichmanövern zu kleinen Combos aneinanderreihen und so mancher Gegner erfordert eine besondere Taktik. Schnelle Ausweichmanöver, spezielle Angriffe und viele weitere Bewegungen erlernt man während des Abenteuers hinzu. Der Schwierigkeitsgrad steigt nur sehr langsam an, so dass man während der ersten beiden Stunden vor der PS2 tatsächlich das Gefühl hat, dass man kaum etwas falsch machen kann. Dann trifft man aber schließlich doch auf ein paar echte Herausforderungen. Manche Monster sind zum Beispiel dazu in der Lage, ihre fiesen Mitstreiter zu heilen. In einer solchen Situation bringt es wenig, einfach auf den augenscheinlich gefährlichsten Feind einzuprügeln, während ihn seine magisch begabten Freunde vor dem Tod bewahren. Wirklich gelungen sind die Boss-Kämpfe. In alter Castlevania-Tradition sind die Endgegner oft riesig, haben diverse Spezialangriffe und können nur an wenigen Stellen verletzt werden.

Das neueste PS2-Castlevania besitzt ein gewisses Frustpotential. Oft muss man ewig herumlaufen, um einen bestimmten Gegenstand oder die Tür zum nächsten Abschnitt aufzuspüren. Eine einblendbare Karte verhindert zwar das Aufkommen von Verwirrung, aber wenn man zum fünften Mal einen Gang entlang läuft und wieder mit den gleichen Feinden (richtig, die bleiben leider nicht tot) konfrontiert wird, strapaziert das die Nerven sehr.

Curse of Darkness wäre ein typisches Third-Person-Action-Adventure, wenn die Entwickler nicht eine ganze Reihe von interessanten Rollenspiel-Elementen eingebaut hätten. Hector wird beispielsweise im Laufe der Zeit immer mächtiger. Das Vernichten von Monstern wird mit Erfahrungspunkten belohnt, die in immer länger werdenden Abständen zum Aufstieg in ein neues Level führen. Waffen und Rüstungen liegen nicht einfach so herum, sondern müssen selbst hergestellt werden. Dies geschieht, indem man Materialien sammelt, die manchmal von Gegnern fallen gelassen werden, und diese wertvollen Rohstoffe kombiniert. Das ist wesentlich spannender als es sich anhört, da man vor dem Mischen nie genau weiß, welcher Gegenstand am Ende dabei entsteht. Oft genug erhält man ein wertloses Brotmesser, das im Kampf keinerlei Vorteile bringt. Umso größer ist aber die Freude, wenn man nach langem Sammeln mit einer mächtigen Streitaxt oder einem besonders widerstandsfähigen Brustpanzer belohnt wird. Die Auswahl an nützlichen Gegenständen ist umfangreich und da man einige Materialien nur von selten auftauchenden Feinden bekommt, wird der Aufbau einer kompletten Sammlung zu einer echten Herausforderung.

Hectors Fähigkeiten beschränken sich nicht nur auf das Verhauen von Ungeheuern und das Schmieden von Ausrüstungsgegenständen. Die wohl beeindruckendste Gabe des Protagonisten ist das Erschaffen von Helfern, die ihn in allen Lebenslagen unterstützen. Mehrere dieser Kreaturen schließen sich während des Abenteuers dem Helden an. Da jede von ihnen ganz eigene Stärken besitzt und immer nur ein freundliches Monster direkt ins Spielgeschehen eingreifen kann, ist es extrem wichtig, für jede Situation den passenden Verbündeten zu wählen. Hier kommt tatsächlich ein Hauch von Pokémon auf. So gibt es zum Beispiel eine Art Fee, die ständig heilende Magie anwendet, aber nur geringe kämpferische Fähigkeiten hat. Ein anderes geflügeltes Wesen ist stark genug, um Hector an Orte zu tragen, die zu Fuß unerreichbar wären. Für einen Großteil der Zeit reicht es vollkommen aus, die Monster automatisch agieren zu lassen, denn meistens machen sie alles richtig. Wer möchte darf auch direkte Befehle erteilen, was aber nur in besonderen Situationen wirklich notwendig ist. Hectors Schergen können sich weiterentwickeln, indem sie spezielle Extras aufsammeln, die von besiegten Gegnern zurück gelassen werden. So kann aus einem eher groben kleinen Schläger im Laufe der Zeit ein echter Kampfkoloss mit Spezialattacken werden. Da sich der Evolutionsprozess beeinflussen lässt, wird das Monster-Basteln zu einer spannenden Aufgabe für Perfektionisten.

Leider bleibt das Game grafisch im Mittelmaß stecken. Die Levels sind umfangreich und auch einige der Räume können durch Größe überzeugen. Das täuscht aber nicht über die verwaschenen Texturen hinweg, die sich endlos wiederholen und auf Dauer etwas ermüdend wirken. Das Charakter-Design ist typisch japanisch. Der bleiche und leicht androgyn anmutende Protagonist ist nicht ganz so detailliert wie man es sich wünschen würde, wirkt aber dennoch originell. Äußerst abwechslungsreich sind die Gegner ausgefallen. Von kleinen Fieslingen bis zu gigantischen Bossen hat jedes Monster einen eigenen Look. Die Animationen sind nicht sonderlich umfangreich, dafür aber schön anzusehen. Immer wieder wird durch die verschiedenen Bewegungen der Feinde etwas Neues fürs Auge geboten. Wie es kotzende Zombies in ein Spiel mit einer USK-Einstufung ab 12 Jahren geschafft haben, ist mir ein wenig schleierhaft, aber wenn Erbrochenes als Waffe eingesetzt wird, ist das immer ein klares Zeichen für ein kreatives Entwicklerteam. Getrübt wird das Bild durch einige Schlampereien der Programmierer. Dass die Kamera oft nachjustiert werden muss, ist noch das kleinste Übel. Wesentlich schlimmer sind die unsichtbaren Barrieren, die etwa einen halben Meter vor jeder Wand stehen und eine besonders grobe Kollisionsabfrage vermuten lassen. Dass außer den unterschiedlichen Waffen keine Ausrüstungsgegenstände tatsächlich zu sehen sind sobald sie angelegt werden, trübt den Spaß ebenfalls deutlich. Ein wenig entschädigt wird man durch die sehr gelungenen Zwischensequenzen. Die kleinen Filmchen wurden tatsächlich so eindrucksvoll in Szene gesetzt, dass sie immer zum Weiterspielen motivieren.

Während die Soundeffekte reine Fließbandware sind und die Sprecher immer ein wenig zu dick auftragen, gibt es bei der Musik nichts zu meckern. Erstaunlich oft werden ruhige Töne angeschlagen und nur selten wird versucht, eine düstere Stimmung zu erzwingen. Gerade die Tatsache, dass einige der Instrumentalstücke an klassische Kammermusik erinnern, macht Curse of Darkness zu einem ganz speziellen Erlebnis. Man kann sich wirklich nur wünschen, dass andere Entwickler in diesem Bereich ähnlich viel Mut beweisen wie Konami, statt immer wieder einen 0815-Synthesizer-Soundtrack mit möglichst vielen Beats pro Minute aufzulegen.


Curse of Darkness ist weder das beste noch das schlechteste Game in der beliebten Castlevania-Serie. Das Spiel bietet genügend Neuerungen, um nicht belanglos zu wirken, verzichtet aber gleichzeitig auf einige klassische Gameplay-Elemente, die den Fans sehr ans Herz gewachsen sind. Allein das Fehlen einer Peitsche im Waffenarsenal dürfte für altgediente Freunde der früheren Teile ein schwerer Fauxpas sein. Für jede Mittelmäßigkeit wird man in Curse of Darkness mit mindestens einer tollen Idee entschädigt. Wer die geniale Musik hört, vergibt gern die grafischen Unzulänglichkeiten und die gelungenen RPG-Elemente machen das ewige Umherirren in den Levels erträglicher. Hoffen wir, dass die PS3 -Version noch besser wird.